#250 Der Gründer vom Schindlerhof - mit Klaus Kobjoll
Shownotes
Folge 250 – ein ganz besonderer Meilenstein.
In der 250. Podcast-Folge von Brandschutz To Go von Stephan Wenzel ist ein echter Ausnahme-Unternehmer zu Gast: Klaus Kobjoll, Gründer des Schindlerhofs bei Nürnberg.
Ein Gespräch über Unternehmertum, Qualitätsmanagement, Verantwortung, Mitarbeiterkultur und darüber, warum echte Begeisterung nie zufällig entsteht.
Klaus teilt offen seinen Weg vom ersten eigenen Laden bis zum vielfach ausgezeichneten Familienunternehmen – mit klaren Worten, viel Erfahrung und einer beeindruckenden Haltung.
Jetzt reinhören in die Jubiläumsfolge von Brandschutz To Go von Stephan Wenzel.
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Transkript anzeigen
00:00:00: In der heutigen Podcastfolge, ich habe mir einen Wunsch erfüllt.
00:00:03: Nämlich, ich habe als Interview-Gast den Klaus Kobio eingeladen.
00:00:07: Der Klaus Kobio hat den Schindlerhof bei Nürnberg.
00:00:10: Wenn du ihn noch nicht kennst, dann solltest du ihn unbedingt heute kennenlernen.
00:00:18: Herzlich willkommen im Podcast Brandschutz To Go.
00:00:20: Mein Name ist Wänse Stefan Wänse.
00:00:22: In der heutigen Podcastfolge, Anfang Januar, Ich würde sagen, zweiundfünfzig ist schon eine gute Nummer.
00:00:30: Da habe ich mir natürlich einen besonderen Interview-Gast gewünscht und eingeladen.
00:00:35: Nämlich den Klaus Kobjol.
00:00:36: Da Klaus Kobelt, ich begleite ihn auch schon länger.
00:00:39: Ich habe ihn zu frühen Zeiten kennengelernt.
00:00:42: Aber das alles besprechen wir eigentlich alles gemeinsam.
00:00:44: Erst mal herzlich willkommen im Interview, lieber Klaus.
00:00:47: Lieber Schäfer, guten Morgen.
00:00:50: Ja, ähm ... Unsere gemeinsame Geschichte, ich meine, deine geht schon viel länger.
00:00:55: Ich habe dich kennengelernt, da hattest du gerade den Ludwig Erdpreis in meiner Wahrnehmung gewonnen.
00:01:00: Wann war denn das ungefähr?
00:01:02: Das erste Mal konnten wir den nach Hause holen im Jahr, also vor sieben und zwanzig Jahren.
00:01:09: Inzwischen haben wir ihn zum fünften Mal geholt.
00:01:12: Mega.
00:01:13: Ludwig Erdpreis, ja, da geht es um... um Benchmark, um Qualitätsmanagement, aber noch ein bisschen mehr.
00:01:21: Das macht man nicht so nebenbei.
00:01:23: Wir beraten ISO-Ninthausen, das ist so die Kühe, das kleine einmal eins.
00:01:27: Ludwig Erdpreis ist das große einmal eins.
00:01:29: oder habe ich es falsch gesagt?
00:01:30: Also, wir waren bereits nineteenhundertfünfundneunzig, also drei Jahre vom Ludwig Erdreis zertifiziert nach ISO neuntausend Eins und vierzehnteusend Eins.
00:01:40: Bisschen flapsig ausgedrückt.
00:01:43: Die ISO Zertifizierung ist der Moped-Führerschein für Qualität.
00:01:47: Damit fängt man an.
00:01:49: Und bis du dann den LKW-Führerschein hast, ist ein langer Weg.
00:01:54: und dann wärst du so bei diesem ganzheitlichen TQM-Modell.
00:01:59: Genau.
00:02:02: Du weißt ja selber, die wenigsten KMUs, Klein- und Mittelunternehmen, haben noch nicht einmal eine Iso-Zertifizierung.
00:02:08: Also dieses kleine einmal eins der Organisation ist natürlich auch eine Voraussetzung fürs große einmal eins.
00:02:14: Das war in der Schule schon so.
00:02:16: Genau, mit dem großen einmal eins fangen wir nicht an, wir fangen mit dem kleinen einmal eins an.
00:02:21: Nimm uns mal ein bisschen mit, mein Wunsch war es so, dass wir so ein bisschen den Klaus Kobel auch mal darstellen.
00:02:27: Wo hat das ganze Unternehmerleben bei dir begonnen?
00:02:29: Du hast ja nicht mit dem Schindlauf begonnen.
00:02:31: Was war davor?
00:02:32: Naja, meine Story ist eigentlich schnell erzählt.
00:02:35: Ich bin Flüchtlingskind, damals Billionen nach dem Krieg.
00:02:39: Mein Vater ist aus Ostpreußen geflüchtet, hat alles verloren.
00:02:41: Wir waren fünf Kinder.
00:02:43: Ich hatte im Gymnasium dreißig Pfennig Taschengeld in der Woche, habe in allen Schulferien gearbeitet.
00:02:48: und wenn ich dann meine Lohnsteuerkarte angeschaut habe, als Ferien-Schüler hat mich damals mit Fünfzehnzechzehn schon gestört, wenn da stand Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung oder Einkünfte aus unselbständiger Arbeit.
00:03:02: Also das sind Begriffe, wo mir eigentlich in der Jugend schon klar war, ich will frei sein, ich will Unternehmer sein und will nicht für andere Leute arbeiten.
00:03:11: Das ist keine Wertung, sondern es ist eine subjektive persönliche Vorstellung von Freiheit.
00:03:17: Und dann habe ich mit zweiundzwanzig, das war neunundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.
00:03:45: Und in den letzten Jahren haben wir dann, als ich immerhin ja schon über dreißig war und mir blöd vorkam, in irgendwelchen Szene lokalen, was Seriöses gemacht und haben dann eben einen alten Bauernhof ausgebaut zum kleinen Hotel.
00:04:01: Und das ist in der Zwischenzeit hochgezumt in sechs Baustufen zum regelrechten Hoteldorf.
00:04:08: Es ist ein richtiges Hoteldorf.
00:04:10: Seminarhotel, würde ich sagen, du hast Seminarräume, Gastronomie, alles zusammen.
00:04:16: So bin ich auch mehrmals bei dir aufgeschlagen, ohne dich als Referent zu haben, weil es einfach auch von der gehobenen Speaker-Szene so eines der bevorzugten Objekte war, wo man gerne ein Seminar macht, weil als Gast weiß man auch, dort ist man gut aufgehoben.
00:04:33: Also Gott sei Dank weiß man das inzwischen, nachdem wir ja letztes Jahr, vierzigjähriges Jubiläum im Schindlerhof hatten, oder das ist ein halbes Leben, was wir hier an Herzblut reingesteckt haben in den Aufbau dieses Familienunternehmens.
00:04:47: Und die Speaker-Geschichte, die ist da.
00:04:49: dorthin standen, dass ich neunzehnt neunzig gewählt wurde, zum Hotelier des Jahres.
00:04:54: Und ich habe dann nach Zweigläse an Chambos leichtsinnigerweise gesagt, als mich jemand ansprach, ob ich da mal einen Vortrag darüber halten kann, wie wir Hotel des Jahres geworden sind.
00:05:04: Ich habe dann leichtsinnigerweise zugesagt.
00:05:06: Und das war der erste Vortrag.
00:05:08: Und daraus ist dann aus dem Schneeball halt eine Lawine geworden.
00:05:11: Und ich habe dann, bis ich siebzig war, im Schnitt hundertundachtzig Seminarkar wie abgestritten.
00:05:18: Also das schlimmste waren zweihundertvier Auftritte.
00:05:22: und europaweit.
00:05:23: Das war heftig.
00:05:26: War viel genau genau.
00:05:27: Es ist nicht alles von Nürnberg nach Erlangen, sondern das ist einmal um die Welt gefühlt.
00:05:31: Ja,
00:05:32: da war viel dabei.
00:05:33: Es war auch sehr viel in Russland dabei.
00:05:35: Bis die Krim besetzt wurde, dann habe ich da alles abgelehnt.
00:05:39: Und ich war sogar zum Zwei-Tage-Seminar auf Long Island in New York.
00:05:44: Es gab verrückte Destinations Dubai, Brasilien.
00:05:49: Das waren natürlich eher die Ausnahmen.
00:05:52: Aber ich nehme dem auch, es gab ein paar nette Location.
00:05:55: Ja,
00:05:56: es gab natürlich Rio de Janeiro mit Copacabana und dann zwei Nächte im Copacabana Palace.
00:06:03: Im Schlechteres.
00:06:05: Ja, das Angenehme mit dem Nützlichen.
00:06:09: Genau.
00:06:09: So
00:06:09: ist es.
00:06:10: Aber man muss erstmal die Anfrage bekommen.
00:06:12: Also es ist ja kein... Selbstläufer.
00:06:15: Ja,
00:06:16: und das waren eben.
00:06:17: und jetzt haben wir auch den Grund, warum wir uns immer wieder für Preise und Auszeichnungen bewerben.
00:06:22: Einmal um den Mechanheitsgrad zu steigern, um andere neugierig zu machen.
00:06:25: Wie machen die das?
00:06:27: Und ganz ganz wichtig, um eine Stolzkultur in Team aufzubauen.
00:06:32: Also wenn jemand sagt, ich arbeite in einem Nuller-Fünfzehn-Laden, dann kommt da kein Stolz rüber.
00:06:39: Aber wenn heute einer, der bei uns ausgelandt hat, sich woanders bewirbt und sagt, ich komme aus dem Schindlerhof, dann hat er in vielen Fällen den Schock schon sicher.
00:06:48: Also das ist eine Stolzkultur, die sich einfach überträgt.
00:06:52: Ich kann mich noch einer Wortwahl aus einem Seminar von dir im Sinn, da hatte ich innerlich gezuckt aus einer Perspektive, nämlich es war, du hast gesagt, Bei mir lernen die aus und sollen, ich will mich nicht festlegen, aber so drei für fünf Jahre arbeiten und dann machen die sich selbstständig.
00:07:12: Ja, das ist natürlich etwas weniger geworden seit Corona, aber es ist immer noch so.
00:07:17: Wir sind die Mitarbeiter immer noch am liebsten, die zu Hause einen eigenen Betrieb haben.
00:07:24: Und nicht nur Gastronomie, also wir haben Bäcker, Metzger, Kinder, ein Lebküchner, eine Fahrschule sogar, dass Leute, die eigentlich mit der muttermilch Unternehmertum aufgesaugt haben, weil in den Familien wird ja immer was Geschäft geredet, auch beim Essen, die da bei uns die Lehrzeit machen, zwei, drei Jahre vielleicht noch bleiben und dann das älterliche Geschäft übernehmen.
00:07:47: Oder... die einfach dieses Unternehmer gehen in sich haben und durch unsere radikale Transparenz kriegen sie alles mit.
00:07:54: Es ist wie ein kleines BWL-Studium, ohne die unnötigen Statistiken.
00:08:00: Und dann versuchen sie sich selbstständig zu machen.
00:08:02: Also bis auf einen Fall waren in vierzig Jahren, ich schätze jetzt mal mindestens zwanzig, fünfundzwanzig Leute da wieder erfolgreich.
00:08:09: Mega, ja.
00:08:11: Das spricht ja auch, also deswegen ist die Ausbildung oder die... Die Zeit im Schindlerhof, auch im Lebenslauf bei allen, immer eine Renommee gewesen.
00:08:20: Nicht nur der Station, sondern... Alles klar.
00:08:23: Da hast du bei uns gesehen...
00:08:24: Das ist ein Satz von meiner Tochter.
00:08:25: Meine Tochter, die ist seit dem unternehmen, die ist eigentlich längst allein.
00:08:31: Die sagt, sie will keine Mitarbeiter Bindung.
00:08:34: Weil Bindung ist ja die Handschellen.
00:08:36: Sie will Mitarbeiter Verbindung.
00:08:39: Wenn jemand geht, auch wenn er sich nicht selbstständig macht, kommt er oft... Zwei, drei Jahre später wieder zu uns zurück.
00:08:45: Also wir haben im Moment acht Rückkehrer im Haus, die schon mal bei uns waren, gegangen sind und dann vielleicht auch ein Kulturschock erlebt haben, weil es gibt nicht so viele Betriebe, wo du alle Informationen bekommst, wo du so frei arbeiten kannst wie bei uns.
00:09:02: Und eine Verbindung ist was anderes als eine Bindung.
00:09:05: Man sieht sich im Leben eben öfter zweimal.
00:09:08: Ist eine gute Wortwahl würde ich auch gerne übernehmen, nehm ich für mich gerne in Anspruch in Zukunft.
00:09:13: Okay, das war der Start vom Schindlauf.
00:09:16: Du hast mehrere Umbauten gemacht.
00:09:19: Was hat dich dabei so angetrieben?
00:09:23: Das ist kein Selbstläufer, du.
00:09:25: Ja, da muss ich noch mal auf meine Familiengeschichte zurück.
00:09:29: Meine Vorfahren waren Bauern in Ostfreuzen.
00:09:33: Und für einen Bauern ist er Land, was vom Wichtigsten.
00:09:36: Und ich war ja in meiner Jugend, bis ich siebzig war, immer Reiter.
00:09:41: Und ich hatte so eine kindische Vorstellung, dass ich mit dem Pferdball hier rum reiten kann und alles auf eigenem Grund.
00:09:49: Und ich brauche in Viertelstunde, bis ich rum bin.
00:09:52: Also ganz so groß ist es nett geworden, aber wir ... Insgesamt drei Bauernhöfe miteinander integrieren, dann noch ein paar Grundstücke, wo wir neu drauf bauen konnten.
00:10:01: Also es ist schon ein ordentliches Stück Land jetzt mit elf Tausend Fünfhundert, etwa Quadratmeter Bauland, also mehr als ein Hektar.
00:10:10: Und das mitten im Städte Dreieck, also hier kosten die Grundstücke zwischen achthundert und tausend Euro, acht Meter.
00:10:17: Also da ist schon was entstanden, auch an Immobilienvermögen.
00:10:22: Ganz klar, ganz klar.
00:10:26: Wenn ich jetzt so sehe, den Schindlerhof, du hast es sauber an deiner Tochter übergeben, aber ich frag doch mal nach, guckst du schon mal nach dem Rechten?
00:10:33: Also, wir waren vor Corona eigentlich so weit, dass meine Tochter das allein gemacht hat.
00:10:40: Und das Verhältnis vor der Tochter ist ja immer ein ganz besonderes.
00:10:45: Und als wir gemerkt haben, dass wir zwangsgeschlossen wurden, wir waren ja, wenn man es zusammenzählt, fast ein ganzes Jahr zwangsgeschlossen.
00:10:52: Wenn du siehst, wie deine Liquidität wegschmilzt wie Schnee in der Sonne.
00:10:56: Und wenn wir dann gesehen haben, dass nach Corona durch diese multiplen Krisen... wie Verdoppelung der Energiekosten, Krieg vor der Haustür, Lohnpreispirale.
00:11:08: Da lässt, glaube ich, kein Vater sein Kind allein.
00:11:12: Und da zeignet sich jetzt eigentlich Familienbetriebe aus, dass dann alle zusammenhalten.
00:11:17: Ich arbeite jetzt mit siebzig nur noch Halbtags, also vierzig Stunden die Woche.
00:11:22: Meine Frau ist ein Jahr jünger, die arbeitet noch voll.
00:11:26: Die kommt sicherlich noch auf ihre fünfundfünfzig Stunden in der Woche.
00:11:30: Und wir wollen eigentlich nur eins, wir wollen beide, die Niggi unterstützen, aber sie hat das letzte Wort.
00:11:36: Also sie führt das Unternehmen, aber es wäre ja blöd, wenn wir fünfundfünfzig Jahre Selbstständigkeitserfahrung nicht nutzen wollten in der Familie.
00:11:48: Und näher geht es auch nicht, als zum Papa.
00:11:51: Und wir machen auch regelmäßige Family-Meetings abgekürzt vom FAM, dann weiß ich in meinem Outlook, da ist wieder mal zwei Stunden heiße Diskussion und dann wird entschieden.
00:12:03: Und wir haben uns aber noch nie gestritten in der Familie, wir haben uns noch nie mit unserer Tochter gestritten.
00:12:09: Es ist eben eine Konfrontation um die Sache und dann setzt sich die beste Meinung durch und dann sind alle happy.
00:12:19: Ein großes Thema war bei die immer so, ja, ganz da Kundenbegeisterung.
00:12:24: Gib mir mal ein paar Ideen, wo du sagst, das waren eigentlich so die Kernthemen, die da gefruchtet haben.
00:12:31: Naja, du musst dir überlegen, in unserer Branche in der Hotellerie tummeln sich ja vor allem Multimillionäre, die wenn alles im Leben erreicht haben mit ihrer Fabrik, dann fehlt ihnen noch der wichtigste Edelstein in der Krone, ein eigenes Hotel.
00:12:44: Da gab es ja immer schon große Beispiele.
00:12:47: wie Grundig und Supermarktbesitzer, Aldi hat ein eigenes Hotel, also da kann man lang drüber reden.
00:12:56: Und ich hatte nie eine Chance gesehen, dass ich bei der Hardware, bei Gebäuden, bei Design, bei Ausstattung mithalten kann.
00:13:04: Aber ich wusste immer, bei den Softskills, bei den Weichenfaktoren, da kann ich sie forzen, wie sie es brauchen.
00:13:11: Und das ist von Anfang an eigentlich gelungen.
00:13:14: Wir wollten immer eine Pilgerstätte sein für Herzlichkeit, wo die Leute einfach gar nicht auf die Idee kommen, zu sagen, es gibt schönere Hotelzimmer und schönerer Restauranträume, sondern dass sie einfach sagen, ich fühle mich wie zu Hause, die Leute sind herzlich, die sind freundlich.
00:13:28: Und das ist ja jetzt nach Corona noch eher seltener geworden als in den Anfangsjahren.
00:13:36: In Berlin, wenn du einen Kaffee bestellst, musst du es ja schon auf Englisch bestellen.
00:13:41: Ist ja kaum jemand da, der überhaupt noch Rudersprache ist.
00:13:45: Und das Problem haben wir Gott sei lang nicht.
00:13:48: Wir sind eine starke Arbeitgebermarke und haben nach wie vor kein Problem, die richtigen Leute zu finden.
00:13:53: Es ist schwieriger geworden als vor Corona.
00:13:56: Wir langen auch mal in die Scheiße, was vor Corona nie der Fall war.
00:14:00: Aber wir schaffen es trotzdem.
00:14:03: Es zuckt in mir.
00:14:05: Wo hast du denn in die Scheiße gegriffen?
00:14:07: Naja, dass wir jemanden einstellen, weil wir eben nicht so eine große Zahl an Bewerber haben gehört, das früher gewohnt waren.
00:14:14: Ja, ja, ja.
00:14:16: Wo es einfach...
00:14:17: Wo einfach die Luft dünn wird, wo du dich entscheidest zwischen Pest und Kollager.
00:14:22: Aber das geht nie lang.
00:14:24: Also wir merken das dann in der Regel in der Probezeit und dann kurz danach und dann muss man sich wieder trennen.
00:14:31: Ich kann mich da genau, wo du sagst, in der Probezeit, wie du mal erzählt hast, ganz da Lehrlinge.
00:14:37: Zu der Zeit war das noch ein bisschen Handy gehört in Spint.
00:14:42: Wir sind hier zum Arbeiten, nicht zum... Und wir zeigen am ersten oder schon davor alles, weil wir haben natürlich ein paar schöne Ecken.
00:14:50: Der Schindlerhof ist schon ganz nett, meine lieben Zuhörer.
00:14:54: Aber es gibt natürlich, wenn man dann hinter die Kulissen schaut, auch ein paar Ecken, die sind nicht so hübsch.
00:14:58: Die sehen wir als Gäste nicht und du hast alles gezeigt.
00:15:02: Es ist mir
00:15:02: ganz wichtig, dass ein junger Koch, der sich bei uns bewirbt, eben sieht, dass wir eine sehr kleine Küche haben, dass das da drin fast aussieht wie in einem U-Boot.
00:15:12: Und es ist völlig legitim, dass er sagt, ich stelle mir die Arbeit anders vor.
00:15:16: Und dann hat er eben nicht bei uns angefangen.
00:15:18: Das ist mir lieber, als wenn er mit einem langen Gesicht dann da drin steht und sollte für schlechte Stimmung.
00:15:23: Das stimmt, ja, genau.
00:15:25: Bei dem Thema Zahlen war es da auch immer supertransparent.
00:15:29: Ich glaube, du hattest einen sieben Jahresplan immer vor dir.
00:15:31: Und gibt
00:15:32: da heute noch, der sieben Jahresplan, der war von Anfang an immer an meinem Geburtstag aufgehängt, weil ich der Meinung bin, die Zahl sieben ist eine magische Zahl.
00:15:41: Also die Woche hat sieben Tage.
00:15:44: Die Zellen erneuern sich alle sieben Jahre.
00:15:47: Es gibt die sieben Fetten, die sieben mageren Jahre schon in der Bibel.
00:15:51: Und ich konnte eigentlich fast immer die Ura nachstellen, dass wir nach sieben Jahren was Neues auf uns zukamen.
00:15:56: Angebot, dass wir noch einen Hof dazu kaufen können, das wurde irgendwas Neues gebaut.
00:16:01: Irgendwas passierte immer nach sieben Jahren.
00:16:03: Und als unsere Tochter übernommen hat, hat sie diesen sieben Jahresplan auf ihr Geburtstag umgestellt.
00:16:10: Also sie ist vierundsiebzig geboren, ich achtundsiebzig.
00:16:13: Das heißt, wir haben jetzt ihren Rhythmus in dieser mittelfristigen Planung.
00:16:19: Sind wir im Plan?
00:16:21: Zweitausendsechsundzwanziger mal vor der Haustür.
00:16:23: Ja, Mensch,
00:16:24: es läuft gerade los.
00:16:24: Qualitativ, ja.
00:16:25: Quantitativ nicht ganz.
00:16:28: Also es ist heute eine Planung, ist fast wie eine Lotterie, wenn wir ganz ehrlich sind, weil es gibt so viel Unabwegbarkeit.
00:16:36: Wir haben keinen Einfluss auf das soziökonomische Umfeld.
00:16:40: Wenn die Politiker in Brüssel oder auch in Berlin immer wieder auf neue Grausamkeiten kommen, noch mehr Bürokratie und Energiekosten nochmal in die Höhe, der Steueranteil ist erhöher als die reinen Strom- oder Gaskosten, dann spüren wir das natürlich.
00:16:57: Und ich spüre ja viele Menschen und dann kommt die Kaufzurückhaltung.
00:17:00: Also es ist sehr schwer momentan präzise Zahlen zu planen.
00:17:05: Kandidative Ziele, ja.
00:17:06: Kandidative Ziele ist ein bisschen Glückseil.
00:17:10: Du hattest was im Vorgespräch gesagt, das würde ich gerne nochmal neu aufnehmen.
00:17:15: An der Gastronomie sieht man, wie es so in der Wirtschaft läuft, dann hast du auch ein Taxifahrergewerbe erzählt.
00:17:22: Fass das nochmal bitte in Worte, was man da so sehen kann.
00:17:25: Ja, also ich bin der Meinung und ich mache die Erfahrung jetzt seit über fünfzig Jahren.
00:17:30: Die Gastronomie ist ein Arzeismograph für konjunkturelle Schwankungen.
00:17:36: Und ich fahre zum Beispiel in die Stadt, in Nürnberg, immer mit dem Taxi und nie mit dem eigenen Auto, nur aus dem Grund, damit ich mit den Taxifahrern schnacken kann.
00:17:46: Und Taxifahrer sind auch ein Seismograph, die mir dann sagen, ja, die Kunden, die sonst immer das Taxi zum Flughafen genommen haben, die kommen jetzt mit der U-Bahn, andere Stammkunden, die sehe ich da ewig nimmer.
00:17:58: Und viele Taxifahrer leben nur noch von den Krankenfahrten, dass sie Krebspatienten in die Klinik fahren und wieder abholen, weil das zahlt ja die Kasse.
00:18:07: Also die spüren es eben auch und wir spüren es auch.
00:18:10: Selbst wenn das Restaurant voll ist, werden günstigere Gerichte genommen, vielleicht Eingang weniger gegessen und ein Glas Wein weniger getrunken.
00:18:19: Also, das ist nicht dramatisch auf dem ersten Blick, aber Kleinvieh macht eben auch Mist und das spüren wir natürlich.
00:18:27: In meinem Podcast sind da viele Techniker.
00:18:30: Er sagt mal so, ganz klar Brandschutz ist so ein bisschen Bestandsschutz und das hast du wahrscheinlich auch erlebt zu deinem Leitwesen.
00:18:40: Aber wir sind so ein bisschen technisch unterwegs im Bereich Brandmeldeanlagen.
00:18:46: Gibt es da eine Synergie zwischen Gastronomie und Technik?
00:18:51: Manches ist sinnvoll, aber das meiste ist nicht sinnvoll.
00:18:55: Ich kann dir ein konkretes Beispiel geben.
00:18:57: Wir müssen alle zwei Jahre sämtliche Steckdosen und sämtliche Stecker von der Nachtischlampe bis zum Fernsehgerät überprüfen lassen.
00:19:08: Da kostet jede Überprüfung siebentausend Euro.
00:19:11: Also, wie doof ist das?
00:19:14: Das braucht doch kein Mensch.
00:19:18: Ich würde es dir gerne unterschreiben, dass es lassen.
00:19:21: sein kannst, aber ich kann es auch nicht unterschreiben.
00:19:23: und ja genau ich bin da voll deiner Meinung.
00:19:26: also was soll denn da?
00:19:29: es kommt natürlich aus den ganzen beweglichen sachen.
00:19:31: ja aber das ist alles ortsfest.
00:19:33: ja meine leute ich glaube was passiert denn da?
00:19:38: ja aber das ist halt deutschland.
00:19:39: ja
00:19:40: die politik reden ja seit jahren von nichts annämmen von bürokratieabbau aber sie reden eben nur davon.
00:19:46: ja genau ich habe es auch im podcast Ganz klar, es gibt Normen.
00:19:50: Und auch mal Normen so auszulegen, dass man sagt, jetzt bin ich bei dir.
00:19:58: Es gibt Fristen, brauche ich nicht.
00:20:01: Aber da muss jemand Verantwortung übernehmen.
00:20:03: Ich glaube, das ist der Engpass.
00:20:04: Gerade so in der Politik heute.
00:20:06: Da will nämlich gar keiner Verantwortung übernehmen.
00:20:11: Wir fordern.
00:20:12: Das ist so ein beliebter Spruch.
00:20:16: Und leider haben die meisten Politiker von Wirtschaft so viel Ahnung, wie ein Nielpferd vom Bergsteigen, nämlich eine.
00:20:21: Deswegen wird ein Arbeitskreis nach dem anderen gegründet.
00:20:24: Da hocken sie dann irgendwelche Akademiege rein.
00:20:27: Die kennen hundert Liebespositionen, aber kein einziges Mädchen.
00:20:31: Also, das sind alles Theoretiker.
00:20:34: Kamasutra, auswendig Kelland, aber eunuch.
00:20:38: Und deshalb geht's bis den wir jeden Tag.
00:20:42: Da sind wir aber ehrlich.
00:20:44: Dann wird Deutschland, also wir sind da schon lange nicht mehr, der Vorreiter, die Nummer eins, das sieht dann schlecht aus, ja.
00:20:53: Unternehmer sind vom Beruf Optimisten.
00:20:56: Wir sind Berufsoptimisten.
00:20:58: Das heißt, wir müssen immer gucken, was können wir tun an Innovationen, an Schleichwegen, an neuen Ideen, um wieder nach vorne zu kommen.
00:21:07: Man sieht es ja momentan sehr schön bei Metallbaubetrieben, auch bei Kleinen, die sagen, Das, was wir bisher gemacht haben, das geht nicht mehr.
00:21:17: Ein totes Pferd kannst du nicht reiten.
00:21:19: Und die gehen jetzt in die Rüstungsindustrie und schauen, dass sie da ihre Produkte, neue Produkte unterbringen.
00:21:26: Und du hast ja gesehen, wie allein die Aktien von Rüstungsanonymen tausend Prozent gestiegen sind bei Rheinmetall.
00:21:33: Also es gibt immer Möglichkeiten.
00:21:36: Aber ein Hotel als ... muss dann auch ganz andere Ideen entwickeln.
00:21:41: Und die habe ich in der Schublade.
00:21:42: Also sogenannte Worst Case-Szenarien haben wir natürlich durchgespielt.
00:21:47: Ich kann aus diesem Hoteldorf ein wunderschönes, exklusive Seniorenresidenz machen.
00:21:53: Ich könnte eine Klinik machen für Burnout-Patienten.
00:21:58: Wir haben ja die Tarragungsräume, die Handlungsräume, das ist ja alles da.
00:22:02: Wir könnten aber auch eine mehr Generationen-Wohnanlage draus machen.
00:22:05: Ein Co-Living-Konzept.
00:22:08: Ein Long-Stay-Konzept.
00:22:10: Also es ist nicht so, dass ein Unternehmer nackt dasteht, wenn es dann die Wand fährt in diesem Land.
00:22:18: Nein, du bist kein Opfer.
00:22:20: Wir sind schon gestaltet, aber wir müssen uns bewegen.
00:22:24: In Julien Backhaus hatte ich auch mal ein Interview und er hat das Buch, wir brauchen Macher.
00:22:29: Wir Unternehmer, wir sind Macher, wir müssen dann halt neue Wege gehen.
00:22:34: Es ist gerade eine herausfordernde Zeit.
00:22:37: Gedanken machen, Ziele setzen, eine Idee machen und dann auch anfangen.
00:22:44: Anfangen ist wichtig, also nicht nur darüber reden, anfangen.
00:22:48: Und vor allem auch die Misserfolge mit den Mitarbeitern teilen.
00:22:52: Also ich habe immer das Gefühl, die Unternehmer in Deutschland sind so vornehmen, Als seien sie am Hanseadischen Kaffeehandel mitteiligt, über Geld bricht man nicht.
00:23:02: Und das ist natürlich tödlich.
00:23:04: Und dadurch ist ja die Linke auch so stark geworden, dass die Vorstellungen haben, wie viel Superreicher es da gibt und dass die nicht wissen, dass die Vitaugobartanen jeden da in ihren Geldspeicher reinspringen.
00:23:15: Und das ist ja gar nicht so.
00:23:17: Und in dem Moment, wo du eben auch deine Flops kommunizierst und sagst, wir haben da was ausprobiert, das hat nicht funktioniert, hat uns so und so viel Geld gekostet.
00:23:24: Jetzt machen wir es anders.
00:23:26: Das gehört auch dazu zu einer Unternehmenskultur.
00:23:32: Was sage ich jetzt?
00:23:32: two-tausendsechsundzwanzig, was ist denn so?
00:23:34: was?
00:23:36: Was erwartet uns two-tausendsechsundzwanzig vom Schindlauf?
00:23:38: Was sind so deine Ziele?
00:23:39: Deine Pläne?
00:23:41: Also Wachstum
00:23:42: mit der Nikon-Abdeckung.
00:23:42: Bedeckend
00:23:43: wieder Wachstum.
00:23:44: Dadurch, dass wir Tarungsräume neu gestaltet haben, die sind so geil geworden, Da sitzt du nicht mehr hinter dem Tisch, wie in der Schule.
00:23:51: Wer will heute noch in der Tagung, den ganzen Tag hinter dem Tisch sitzen wie in der Schule, sondern du hast Fluidestagen.
00:23:59: Die Wände sind beschriftbar.
00:24:01: Es gibt Treppenstufen in den Räumen, wo du dich hinlümmeln kannst auf schönen, bequemen Treppenstufen.
00:24:08: Du kannst von einer Galerie von oben runter gucken in das Geschehen.
00:24:12: Das sind andere Tagungsformen, die es da heute gibt.
00:24:16: Auf dieses Pferd setzen wir jetzt im Moment.
00:24:18: Wir haben den ersten Taunusraum bereits fertig.
00:24:21: Wir haben in einen einzigen Raum zweihundert und dreißigtausend Euro investiert.
00:24:25: Also viel Geld mit renommierten Innenarchitektinnen.
00:24:29: Und da ist jede Farbniose feinzens ausgesucht.
00:24:34: Super.
00:24:35: Lieber Klaus, ich sage mal vielen lieben Dank für die Inseits, vielen Dank für die Zeit.
00:24:43: Was muss ich dieses Jahr noch tun?
00:24:45: Ich muss unbedingt mal wieder ein Seminar bei dir buchen.
00:24:48: Na, ich mach ja keine mehr.
00:24:49: Nein, in deinem Schindlerhof, so sagen sie.
00:24:51: Da würde ich mich sehr freuen.
00:24:52: Es gibt ja tolle Leute, die bei uns Seminare halten, die da lange zum Beispiel, macht die meisten Seminare bei uns.
00:24:58: Und die Seminarleiter, mit denen ich groß geworden bin, die sind alle pensioniert oder gehimmelt.
00:25:06: Und die Jungen, die nachkommen, machen eher Webinare als Leihveranstaltung.
00:25:11: Das muss man auch einfach mal sehen.
00:25:14: Okay, das glaube ich auch.
00:25:17: Ich komme auch von Präsenz, mittlerweile alle Schulungen laufen bei uns online.
00:25:20: Ja, das ist da wirklich, ist da so, ja.
00:25:24: Das heißt, wir machen mehr Tagungen als Seminare.
00:25:28: Und bei der Tagung ist es eben so, die Firma sagt, ich muss mir meine Leute zusammensitzen, wir machen einen neuen Jahreszielplan, wir haben irgendein Problem miteinander zu lösen und die wollen off-site gehen.
00:25:39: Also raus aus dem Mief der eigenen Enttageungsräume, raus aus der Firma.
00:25:44: Da liefern wir quasi Raum für Visionen.
00:25:48: Das ist auch unser Claim Schindlerhof Raum für Visionen.
00:25:52: Das heißt, den Kopf freimachen, damit hier neue Ideen entstehen.
00:25:56: Die kommen zu uns.
00:25:57: Das ist auch der richtige Aspekt, also für so rein Wissenstransfer.
00:26:02: Das kann man schon mittlerweile, da wäre der Aufwand, hier nachdem aus Deutschland irgendwo rumzureisen, aber so eine Tagung, wo man den Gegenüber auch mal ein bisschen spüren möchte.
00:26:16: Das ist dann, dafür ist der Schindlerhof auch meine Wärmste Empfehlung.
00:26:21: Ja, meine auch.
00:26:24: Geber Jaws,
00:26:25: vielen lieben Dank für die Zeit.
00:26:26: Wollen wir einfach nüben, liebe Checker?
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