#257 Die 5 größten Fehler von Bauingenieuren und Architekten - mit Ing. Tarek Vin Möwe
Shownotes
Warum scheitern so viele Bauingenieure und Architekten in der Selbstständigkeit – trotz Top-Fachwissen?
In dieser Folge von Brandschutz To Go spricht Stephan Wenzel mit Ing. Tarek Vin Möwe über die fünf größten Fehler, die Wachstum verhindern oder sogar zurück ins Angestelltenverhältnis führen.
Es geht um Zielgruppen, Rollenverständnis, Akquise und echtes Unternehmertum – und darum, warum fachliche Kompetenz allein nicht reicht.
Wenn dich das Thema Positionierung und Vertrieb noch tiefer interessiert:
👉 Den Podcast von Tarek Vin Möwe findest du hier:
https://www.youtube.com/@TarekMoewe
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Transkript anzeigen
00:00:00: In dieser Podcast-Folge reden wir über die fünf größten Fehler, die Bauingenieure und Architekten in ihrer Selbstständigkeit immer wieder machen und die dann im schlimmsten Fall wieder ins Angestellten Verhältnis führen oder ganz einfach das eigene Wachstum verhindern.
00:00:17: Dazu habe ich im Interview den Tarek Finmöwe eingeladen.
00:00:20: Wenn nicht das interessiert, dann bist du heute richtig.
00:00:28: Herzlich willkommen in Podcast Brandschutz.com.
00:00:30: Mein Name ist Wenzel, Stefan Wenzel.
00:00:32: In dieser Podcastfolge reden wir über Bauingenieur- und Architekten.
00:00:36: Was man da so alles in der Selbstständigkeit falsch machen kann.
00:00:41: Als Experten habe ich eingeladen, den Zertriebsingenieur- und Positionierungsexperten für Bauingenieur- und Architekten, den Tarek Finnmöwe.
00:00:49: Darum herzlich willkommen im Interview, lieber Tarek.
00:00:52: Hi.
00:00:52: Hi, Stefan.
00:00:54: Lieber Tarek.
00:00:56: Die fünf größten Fehler, steigen wir doch mein Thema ein.
00:01:00: Warum bist du überhaupt da richtig dafür?
00:01:06: Ja, also ich sage mal, es gibt natürlich viele Fehler.
00:01:11: Ich habe jetzt im Laufe der Jahre fünf wirklich gravierende Identifizieren können.
00:01:17: Ich habe ein bisschen damit zusammen.
00:01:19: Ich bin ursprünglich mal Heizungsbauer gewesen, habe dann aufgesattelt, Ton auf und Nebenbaustein irgendwie seit zwanzig Jahren.
00:01:26: sehr, sehr viel gesehen, sehr viel gehört, hunderte Gespräche geführt und habe im Grunde aus Eigeninteresse angefangen, das Ganze mal so ein bisschen zu ordnen und zu lösen.
00:01:39: Wenn wir direkt einsteigen wollen, einer der größten Peders im Grunde, dass Ingenieure und Architekten, ob die sich nun selbstständig machen wollen oder schon selbstständig sind, häufig keine konkrete Zwiegrupper haben.
00:01:52: Also ich sage mal gerade hier in dem Podcast sieht man das.
00:01:56: Brandschutz to go, das ist relativ klar für wen das ist und das fehlt draußen.
00:02:02: Also wir haben dann häufig den freiberuflichen Architekten oder Bauingenieur, der der Meinung ist, möglichst viel anbieten zu wollen, möglichst viel auch anbieten zu können, weil er vielleicht auch gut ist.
00:02:17: Aber das Problem, was sich daraus ergibt, wenn du ein Meister für alles bist, Das ist immer, ist da für nix am Ende des Tages.
00:02:24: Und das fällt den Leuten irgendwann auf die Füße.
00:02:28: Deine Empfehlung ist schon ein bisschen spitzer zu sein, ja?
00:02:31: Ja, auf jeden Fall.
00:02:33: Also, was ich grundlegend empfehle, ist, sich wirklich mal hinzusetzen und die Zielgruppe nicht nur aufzuschreiben, sondern wirklich mal runterzuschreiben, wie die sich verhält, wo die Zielgruppe unterwegs ist, also wo die sich tummelt, ob auf Baustellen im Planungsbüros, welche Seminare sie machen.
00:02:56: Und das Ganze mehr auf so einer strukturellen Ebene des Unternehmens, weil in der Regel denkt man erst mal über das Unternehmen nach.
00:03:05: Also als Beispiel, wenn ich als Zielgruppe Tragwerksplanungsbüros habe, dann denke ich immer nur über das Büro nach.
00:03:13: Aber im Mittelstand ist es so und das wirst du, denke ich, mal verschreiben können.
00:03:17: Das Büro als solches ist im Grunde der Inhaber.
00:03:20: Also an dem Inhaber führt nichts vorbei.
00:03:22: Das heißt, es macht keinen Sinn, abstraktes Büro irgendwie aufzuschreiben.
00:03:26: Sondern es macht Sinn darüber nachzudenken, wie betrifft das denn den Inhaber?
00:03:31: Weil der ist am Ende der, der ist entscheidet.
00:03:34: Und es geht noch deutlich tiefer, weil man im Grunde die privaten Ängste, Sorgen, Nöte, Probleme, die den Inhaber betreffen, quasi ausformulieren muss, wenn man wirklich eine ... Ansprache und ein Zielgruppenverständnis haben will, dass ... im einem Vertrieb und im unternehmerischen Kontext also im Grunde gut funktioniert und Geld verdient.
00:04:01: Es geht dann soweit, Klassiker ist, jemand fällt aus.
00:04:05: Urlaub, Krankheit, wie auch immer.
00:04:08: Auf einmal muss der Geschäftsführer wieder auf die Baustelle in die Baubesprechung, obwohl er eigentlich an Beunternehmen arbeiten möchte.
00:04:14: Und das ist etwas, Das führt zu privaten Problemen.
00:04:18: So vielleicht fällt jemand aus und er kann den Restaurantbesuch mit seiner Frau nicht machen oder in die Oper fahren.
00:04:24: Das klingt ja zu trivial, aber wenn man das im Marketing im Grunde in eine Ansprache steckt und mit dem Geschäftsführer im Grunde auf einer persönlichen Ebene kommuniziert und nicht auf so einer geschäftlichen Ebene, erreicht man die Leute viel tief genau.
00:04:39: Weil mein, du kennst LinkedIn.
00:04:43: Da ist da so ein professioneller, so ein pseudo-professioneller Filter drüber, sehr geehrte Damen und Herren.
00:04:50: Ja.
00:04:51: Ja, wenn jeder so kommuniziert, höre ich niemanden mehr zu, ne?
00:04:54: Mhm.
00:04:56: Dort ist gerade auch das Thema Angst angesprochen.
00:04:58: Das sehe ich auch so als Faktor, um sich breit aufzustellen, weil Angst ist der Motivator.
00:05:05: Also biete ich alles an, alles ein bisschen und nix richtig.
00:05:09: Ja, nix richtig.
00:05:11: Ganz großes Problem.
00:05:12: Also ich habe es immer wieder, wenn Kunden zu mir kommen.
00:05:16: Es gibt eigentlich zwei große Fragen.
00:05:19: Eine, drei große Fragen.
00:05:21: Wem kann ich etwas anbieten?
00:05:23: Oder was kann ich überhaupt anbieten?
00:05:25: Oder wie viel nehme ich?
00:05:28: Und gerade bei dem Wem kann ich etwas anbieten.
00:05:33: Gibt es im Grunde keine richtig und falsch, also die... die richtige Zielgruppe zu finden, ist ein Prozess.
00:05:39: Da muss man ran, da muss man Entscheidungen treffen, die nicht unbedingt endgültig sind.
00:05:43: Aber man muss sich ein Stück weit festlegen und dann mal ausprobieren.
00:05:46: Also erst mal eine Analyse machen, wir machen das sehr, sehr umfangreich.
00:05:49: Also wirklich bis aus private Niveau, warum der Geschäftsführer nicht mehr schlafen kann.
00:05:53: Nachts, also wirklich tief, tief, tief, tief.
00:05:57: Wenn man da jetzt nicht die, ich sag mal, die professionelle Hilfe hat und das für sich alleine macht, dann sollte man zumindest so tief gehen, wie man ... wie man kommt, um so dicht dran zu kommen an diese persönliche Ebene wie möglich.
00:06:11: Und dann im Grunde mit den Sprechen Feedback einholen, iterieren, wieder die Ansprache ändern, Feedback einholen.
00:06:17: Also es ist ganz, ganz viel Feedback einholen und im Grunde auch scheitern, also sich zneien und die Ablehnung abholen.
00:06:24: Also erstens keine tatsächliche Zielgruppenanalyse.
00:06:28: Ja.
00:06:28: Das ist zweitens.
00:06:32: Geht im Grunde eine ähnliche Kerbe, es hängt alles miteinander zusammen.
00:06:35: Häufig gehen Bauingenieure und Architekten oder Techniker im Gesamten davon aus, dass fachliche Kompetenz im Grunde der Ausschlaggeber ist.
00:06:48: Also, dass man beauftragt wird, wann man fachlich kompetent ist, aber das ist nicht so.
00:06:54: Wenn ich das sage, dann schreien wir alle auf, aber man muss da ein bisschen tiefer reingehen, weil was bedeutet dann fachliche Kompetenz?
00:07:01: Wenn wir jetzt hier auch im Grunde wieder beim Brandschutz sind, fachlich kompetent bedeutet, dass ich in der Lage bin, die Anforderungen, die notwendig sind, im Grunde zu leisten.
00:07:12: Und das ist in nahezu hundert Prozent der Fälle eine Mindestanforderung.
00:07:17: Das heißt, kein Kunde geht davon aus, dass du vielleicht auch gut im Brandschutz bist.
00:07:23: Sondern die Leute gehen davon aus, wenn sie in den Brandschutzexperten sich holen, engagieren oder eine Ausschreibung auf den Markt werfen, wo dann entsprechend gefordert ist, gehen wir davon aus, dass das Ergebnis grundlegend geliefert wird, egal, wer es am Ende wird.
00:07:38: Und das ist der Kicker.
00:07:39: Das heißt, aus einer Unternehmemission oder aus einer Vertriebssicht ist Kompetenz ein Mindestlevel, das erstmal quasi erreicht werden muss.
00:07:50: Und alles darüber hinaus ist im Grunde Service.
00:07:55: persönliche Präferenz, Sympathie, leichte Zugänglichkeit etc.
00:08:00: etc.
00:08:01: etc.
00:08:02: Und das kann man alles steuern.
00:08:03: Das kann man steuern, indem man sein Angebot mit mehr Service quasi ausstattet und der Interessent dann sagt, krass, das kriege ich auch noch.
00:08:11: Cool, klar machen wir das.
00:08:14: Oder dass man besonders auf Ängste eingeht, die Interessenten haben, um die abzufedern, damit man sich quasi über so eine.
00:08:23: Man nennt das Unique Selling Point.
00:08:24: Also ein Alleinstellungsmerkmal im Grunde hat, was die anderen Kollegen, die technisch alle absolut vergleichbar sind, im Grunde nicht haben.
00:08:32: Also da muss man dann kreativ werden, dass Problem dabei ist.
00:08:35: Bauingenieure und Architekten sind sehr identitär mit der Berufsbezeichnung.
00:08:42: Also ein Bauingenieur sagt immer, ich bin Bauingenieur, ich bin aus der Baustelle.
00:08:46: So muss das laufen und Architekten halt genauso.
00:08:49: Aber wenn man Leuten etwas vermitteln möchte, warum sie jetzt einen selber kaufen oder buchen sollten, hat das erstmal nichts mit der Rolle des Pongines zu tun.
00:09:01: Und es muss dann anders gedacht werden.
00:09:07: Also die Fachartigkompetenz, an der sich alle entlangangeln, die ist Grundvoraussetzung.
00:09:12: Niemand zweifelt an, dass du das kannst,
00:09:14: sondern
00:09:15: ist da drum herum.
00:09:17: Das ist der entscheidende Faktor und das ist, das hat man oft nicht so oft da schippelt, wenn man klassisch raus der Technik kommt.
00:09:22: Ja,
00:09:24: also es ist natürlich wichtig Kompetenz zu haben.
00:09:27: Das ist immer das, was dann gerne unterschlagen wird, wenn ich das sage.
00:09:33: Aber die Leute, die jetzt zum Beispiel sich dafür interessieren, eine Qualifikation zum Beispiel im Bereich Brandschutz und Zertifizierung.
00:09:45: Das ist eine gute Sache, weil das ja auch dein Portfolio erweitert.
00:09:49: Aber mein Ratschlag wäre immer, für wen will ich das machen?
00:09:53: Und dann im Grunde dieses Angebot noch mal, sagst du das mal flapsig, ein bisschen schmackhaft machen.
00:10:00: Und dann im Grunde mit sowas an eine bestimmte Zielgruppe herantreten und nicht sagen, ich bin zertifiziert nach, vierzehn, sechs, sieben, fünf.
00:10:10: So, und das war's.
00:10:12: Sondern da bleibt man dann weit weit unter seinen Möglichkeiten.
00:10:15: Vor allem, wenn man dann gewisse Kompetenzen sich auch einfach angeeignet hat.
00:10:20: Ja.
00:10:22: Koal zu deinem Punkt drei.
00:10:24: Was hieß du als nächstem Punkt?
00:10:26: Ich habe es eben schon mal angesprochen, Bauingenieure und Architekten denken nicht in Rollen.
00:10:34: Es ist ein ganz, ganz großes Problem gerade für, ja, ich sage mal, angestellte Bauingenieure und Architekte, die sich selbstständig machen wollen.
00:10:41: Hier haben wir immer so eine romantisierte Vorstellung von einer Selbstständigkeit.
00:10:45: So, ich bin Bauingenieur, ich mache jetzt Brandschutz oder ich mache... Parkwerksplan oder wie auch immer, aber das ist ja nur ein geringer geringer kleiner Teil einer Selbstständigkeit.
00:10:55: Ich denke, das ist so ähnlich.
00:10:57: Da gehört so viel mehr zu selbstständig zu sein und so viel mehr zu auch erfolgreich selbstständig zu sein, weil da ist ja auch nochmal ein Unterschied.
00:11:06: Der Freiberufler in Deutschland macht durchschnittlich fünftausend Euro Brutto.
00:11:09: Das ist halt von der Kaufkraft, also geht nicht.
00:11:16: Und wenn du erfolgreich sein willst, dann denk in Rollen.
00:11:19: Also wenn wir über zum Beispiel fachliche Themen wie Brandschutz reden, dann nennen wir das das sogenannte Fulfillment, also die Dienstleistung, die Beratungsleistung, die Projektarbeit, die erbracht werden muss.
00:11:31: Und das ist in der Regel ein Kostenblock, der in irgendeiner Form gestemmt werden muss, der kein Geld einbringt.
00:11:36: Die Leute denken zwar, das bringt Geld ein, weil es abrechnbare Stunden erzeugt.
00:11:39: Aber wenn du anfängst in Rollen zu denken, macht vorne das Marketing im Grunde die Anfragen.
00:11:45: Also erzeugt Interessenten für deinen Brandschutz.
00:11:48: Dann übergeben wir das an den Vertrieb.
00:11:50: Der Vertrieb macht im Grunde die Beauftragung fest.
00:11:54: Der Vertrieb übergibt das dann ins Fulfillment.
00:11:57: Das Fulfillment, also der eigentliche Brandschützer dann am Ende des Tages, arbeitet den Auftrag im Grunde nach Ergebnis ab.
00:12:04: Das, was vertraglich vereinbart wurde, was der Kunde wünscht, wird abgearbeitet.
00:12:10: Dann gibt der Fulfiller, also der Brandschützer, wenn wir jetzt mal hier in dem Bild bleiben wollen, das im Grunde ab an... Rechnungsschreibung in Backoffice zum Beispiel und gibt es dann im Grunde wieder ins Marketing, weil man dann die glücklichen Kunden im Grunde wieder im Marketing verwendet für die Zielgruppenansprache, weil wenn wir es gelöst haben, eine Zielgruppenansprache und so schließt sich dann im Grunde wieder der Kreis, konkret anzusprechen, dann nehme ich natürlich diesen Avatar der Zielgruppe, mach mit dem zum Beispiel So ein Podcast hier oder ein Kundentestimonien, Referenz, wie auch immer.
00:12:50: Und verwendet das dann wieder in Marketing, um gleichartige Kunden zu erzeugen.
00:12:55: Und dieser gesamte Prozess ist halt kein Prozess, den ein Baulengine macht, sondern es ist ein Prozess am vornen.
00:13:00: Marketer.
00:13:02: Videograph, Copywriter, was auch immer gibt es verschiedene Rollen.
00:13:05: Wir haben Vertriebler.
00:13:07: Das System, was wir quasi mit dem Mental emotional verkaufen machen, ist ein System, was vorher ein Interview führt und Kunden im Grunde Filter drauflegt, damit man sich keine schlechten Kunden ins Haus holt.
00:13:18: Und dann jemand, der die Beauftragung im Grunde durchführt.
00:13:21: Dann haben wir eben den Ingenieur, der das in diesem gesamten Prozess die Dienstleistung macht und hinten raus, dann eben wieder Marketer bzw.
00:13:30: Verwaltung, Assistenz etc.
00:13:32: Und wenn man als Bauingenieur darüber nachdenkt und das alles vermischt, dann nimmt man sich sehr viele Möglichkeiten, weil ein Bauingenieur macht kein Vertrieb, ein Bauingenieur macht kein Marketing, ein Bauingenieur baut kein Newsletter auf, ein Bauingenieur führt kein Podcast.
00:13:48: Das ist so.
00:13:49: Klassischerweise nicht.
00:13:50: Kann er nicht denken.
00:13:51: Nee.
00:13:52: Und dann nimmt man sich einfach Möglichkeiten, die zu Geld führen und zu coolen, partnerschaftlichen Beziehungen, zu coolen Kunden, weil am Ende des Tages ist Selbstständigkeit und Unternehmertum sehr viel mehr als Baustellen.
00:14:10: Ja, bin ich voll bei dir.
00:14:11: Dass das Denken in Rollen musste ich auch in meinem Leben erst lernen, ja.
00:14:15: Also früher war ich alles.
00:14:19: Man ist ja auch am Anfang alles.
00:14:20: Also
00:14:21: machen
00:14:23: wir uns nichts vor.
00:14:24: Wenn man in die Selbstständigkeit geht, dann machst du alles.
00:14:26: Da bist du Steuerberater, da bist du Buchhaltung, da bist du... Ich brauch's jetzt nicht aufzählen, aber man muss halt dazu kommen, dann auch im Grunde, die diese Rollen auch einfach zu denken, weil... Ich über einen Kunden anders nachdenke, wenn ich ein Bauingenieur bin oder ein Brandschützer, als wenn ich ein Marketer bin.
00:14:49: Als Marketer denke ich den ganzen Tag darüber nach, wie kann ich im Grunde den Kunden in ein schönes Licht stellen, damit ich im Grunde neue solche Kunden gewinne und im besten Fall der andere Kunde auch reich über dem Kopf.
00:15:01: Als Bauingenieur denke ich nur darüber nach, welche, keine Ahnung, Brandschutzklasse muss.
00:15:06: Welche Projekte, genau.
00:15:09: Ja, genau, werden vercheckt, ja.
00:15:11: Und viel in Technik.
00:15:14: Ja, leider.
00:15:15: Leider.
00:15:17: Okay, was ist dann nächster Punkt?
00:15:22: Ihr merkt schon, es geht im Grunde immer in die gleichen Kerben.
00:15:25: Also das mit dem Prozess, den ich gerade aufgeführt habe, ist für Bauingenieure und Architekten in der Selbstständigkeit und Freiburglichkeit fundamental fremd, weil häufig wird gedacht, Empfehlungen sind Akquise.
00:15:43: Also wenn mich mein Kunde weiter empfiehlt, dann ist das irgendwie Akquise.
00:15:49: Aber das ist nicht so.
00:15:50: Also erst mal lassen sich die Leute falsch empfehlen, das ist eine, weil sie im Grunde auch nicht fragen, ob sie empfohlen werden, ob sie eine Referenz kriegen, ob sie ein Testimonial kriegen, sondern da wird gehofft, dass man im Grunde irgendwie was kriegt.
00:16:05: Also es ist immer sehr viel Passiv-Wartemodus.
00:16:09: Und gerade Vertrieb und Marketing ist extrem viel Proaktivität, Energy, let's go.
00:16:14: Okay, ich rufe den jetzt einfach mal an, egal, ob der mich ablehnt oder nicht.
00:16:17: Ich mach das jetzt einfach mal, ich versuch und guck und tu.
00:16:20: Und das Ganze dann irgendwann zu systematisieren.
00:16:24: Und dadurch, dass Leute sich nur empfehlen lassen, nehmen sich auch wieder die Möglichkeit, proaktiv quasi Empfehlungen zu erzeugen, die sie dann eben, ich hab's schon angesprochen, ein Marketing, die da verwenden können.
00:16:38: einfach Geschäft liegen lassen, noch nöcher.
00:16:41: Und das ist schade, gerade in der Zeit wie heute, wo wir so viele Social-Media-Möglichkeiten haben, wo wir Newsletter aufbauen können, wo wir YouTube-Kanäle machen können, Podcast, wo wir schöne LinkedInbeiträge schreiben können, Real Marketing, wir können so viel Schönes machen.
00:16:56: Selbst mit denen, ich sage es jetzt mal stumpf, langweiligsten Produkten, kann man wirklich sehr, sehr gutes Marketing machen, weil das immer schon eingegrenzt ist, weil das ja nur ganz spezielle Leute haben wollen.
00:17:07: ist ja nicht so wie ein Brot, wo ich dann das jedem anbieten kann, sondern ich kann wieder zielgruppen an Sprachen sehr, sehr spezifisch werden.
00:17:17: Tarek, du hast gerade vor mir gesprochen und du wusstest es gar nicht.
00:17:20: Ich habe am Anfang meiner Selbstständigkeit nur von Empfehlungen gesprochen, weil man wurde weiterempfohlen, wenn man sehr, sehr gut war.
00:17:26: So kann man starten.
00:17:28: Man kann auch schneller Geschwindigkeit aufnehmen.
00:17:32: Das ist heute möglich, sprichst du mir mehr aus dem Herzen.
00:17:36: Da machen wir heute auch einiges für.
00:17:39: Das ist so.
00:17:41: Man kann ja auch etwas Gutes machen, ohne das andere sein zu lassen.
00:17:44: Also es ist immer so eine Verengung der Möglichkeiten, weil man der Meinung ist, jeder kennt die.
00:17:52: aus dem Abi diesen einen Typen, der irgendwie nach dem Abi dann bei so einem Versicherungsvertreter irgendwie gelandet ist und dann nach fünf Jahren einen anruft und sagt irgendwie, hey, ich musst du über dich nachdenken.
00:18:05: Ich hab's gerade an dich gedacht.
00:18:07: Ja,
00:18:07: zufällig.
00:18:08: Hast du Zeit für einen Kaffee und bist eigentlich schon Glasversichert.
00:18:13: So, das ist ja das, was wir mit dem Vertrieb verwenden.
00:18:15: Aber Vertrieb in der puren, reinform, ohne diese ganzen ... Ich nenn's mal schlechten Vertriebler, die so Drücke-Vertrieb machen.
00:18:24: Vertrieb in Reihenformen ist, Leuten zu helfen.
00:18:28: Ja, natürlich lässt man sich dafür auch bezahlen.
00:18:29: Aber wenn es ist, Leuten auch zu helfen.
00:18:32: Und ich weiß nicht, wie viele Ingenieuren ich irgendwie wöchentlich helfe.
00:18:35: Ohne, ohne dass die mich bezahlen.
00:18:38: Da wird der mal einen Termin gemacht und mal reingeguckt, wo das Problem im Vertrieb liegt.
00:18:42: Das ist dann, weil das subventioniere ich denn im Grunde.
00:18:45: Aber Vertrieb ist halt Leuten helfen.
00:18:46: Und das... ... in die Köpfe reinzukriegen, ... ... in einer sehr konservativen Branche, ... ... wie Bauingenieure, Bauch
00:18:52: etc.,
00:18:52: ... ... ist halt echt ...
00:18:54: ...
00:18:55: schwierig, ... ... aber nötig.
00:18:57: Ich glaube, beispielsweise
00:18:58: ... ... dann beispielsweise gerade mit dem Thema ... ... da hat ein Ink einer angerufen aus so einem ... ... Versicherungsvertrieb und dann ... ... das haben wir alle mal mitgemacht ... ... und es war unangenehm hinterher.
00:19:08: Das Gespräch, es war nicht so entspannt.
00:19:11: War der Typ.
00:19:14: Was megaholfen hat, ist dann das Bildnis, ... ... wenn du nicht ... Wie sagt man in einem gefühlsseriösem Business den anderen anrufst, es ist unterlassene Hilfeleistung.
00:19:23: Ja, ja.
00:19:25: Gibt hundert Prozent.
00:19:26: Gibt diesen negativen eigenen Bild ein positives.
00:19:30: Du musst es tun.
00:19:31: Du willst dem anderen helfen, wie du es gerade gesagt hast.
00:19:33: Gefällt mir gut.
00:19:35: Ja, du kannst ja weiterführen.
00:19:38: Also, wie egoistisch bist du, wenn du aus Sorge, dass jemand am Telefon nein sagt, du aufhörst, den anderen allen, die ja sagen würden, zu helfen.
00:19:49: Was für ein Ego bist du eigentlich?
00:19:51: Mega, nehm ich.
00:19:53: Was ist dein fünfter gefühlter, größter
00:19:58: Engel?
00:19:59: Im Grunde haben wir ihn jetzt auch schon mit angesprochen.
00:20:03: Das Ingenieur-Architektenleistung werden halt überschätzt.
00:20:07: Und das Unternehmertum als solches und Vertrieb als solches werden stark unterschätzt.
00:20:13: Also nicht überschätzt im Sinne von der Wichtigkeit, sondern von den Anteilen her.
00:20:18: Weil wenn du mal so einen gesamten Geschäftsprozess, die mal aufs Blatt Papier zeichnet, dann ist es nicht so.
00:20:22: mutige, jeden das mal zu tun, dann kommst du zwangstwürfig dazu, dass irgendwie was verkauft werden muss.
00:20:29: und irgendwie muss auch Rechnung geschrieben werden.
00:20:31: und irgendwie muss natürlich auch, wenn wir beim Brandschutz jetzt bleiben wollen, der Brandschutz geplant werden oder hergestellt werden auf der Baustelle.
00:20:38: Und wenn ich mich einfach nur wieder verenke und sage, naja, ich bin Bauengineer, ich mach Bauengineer Sachen.
00:20:45: Dann habe ich halt einen ganz, ganz kleinen Teil einer gesamten unternehmerischen Kette abgedeckt und alles andere ignoriere ich vollständig.
00:20:53: Und das ist ein gravierendes Problem.
00:20:56: Und man muss sich erstmal bewusst werden, dass auch wenn die Leute das nicht gerne hören und jahrelang studiert und gelernt haben, Bauingenieur, Sein, Brandschutz, alles was technisch ist, ist halt in einem unternehmerischen Kontext irgendwie zwanzig Prozent der Zeit.
00:21:11: Und achtzig Prozent der Zeit ist halt Unternehmertum mit unternehmerischen Tätigkeiten.
00:21:16: Das ist etwas, was man nicht gerne hört, wo ich auch sehr viel Liderstand stoße.
00:21:23: Wir beide sind zusammengekommen über LinkedIn, weil du hast da schon mal schöne, wie habe ich es formuliert, als wir uns kennengelernt haben, die haben mich auch angeträgert, muss ich ehrlich gestehen.
00:21:35: Dass ich sage, Mensch, Tarek, mach weiter so.
00:21:39: An dieser Stelle erst mal vielen Dank für deine Insights, deine Kontaktdaten, werde ich in den Shownotes gerne verlinken.
00:21:46: Vielen lieben Dank für die Zeit, vielen lieben Dank für das Interview.
00:21:51: Vielen Dank, dass ich hier sein durfte und faftig kompetent bleiben, aber auch verkaufen.
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