#261 Wie war die Teilnahme an der Einspruchssitzung 0833-1? - mit Benjamin Behrends
Shownotes
621 Einsprüche in einer Sitzung – klingt nach Chaos … oder nach echter Praxisnähe?
In der neuen Folge von „Brandschutz To Go“ von Stephan Wenzel geht’s zurück zur Einspruchssitzung zur Änderung der DIN VDE 0833-1 (14.11.2025) – und zwar nicht nur mit Fakten, sondern mit Gefühl für den Raum.
Mit dabei: Benjamin Behrends, der schon beim Vorabend-Treffen im Sheraton dabei war und seine Sicht teilt: Wie lief das ab? Was hat überrascht? Und was bleibt mit ein bisschen Abstand hängen?
Worüber ihr in der Folge was mitnehmt:
🧠 Wie so eine Einspruchssitzung wirklich abläuft
📊 Warum es am Ende schneller ging als gedacht
🟢 Was „angenommen“, „teilweise“ oder „zur Kenntnis genommen“ in der Praxis bedeutet
🛠️ Welche Themen rund um Inspektion, Begehung und Verträge gerade wichtig werden
🤝 Warum Austausch vor Ort oft mehr bringt als endlose Mails
Mein Lieblingspunkt: Wenn Leute aus der Praxis mit am Tisch sitzen, wird Normung greifbar – und am Ende besser umsetzbar.
Jetzt reinhören in die neue Folge von Brandschutz To Go von Stephan Wenzel! 🎧
Warst du schon mal bei einer Einspruchssitzung dabei – oder würdest du hingehen? Schreib’s in die Kommentare.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich war auf der Einspruchssitzung, aber nicht alleine.
00:00:03: Da waren noch viele andere anwesend.
00:00:04: Am Vorabend haben wir uns auch getroffen, wie man das gefunden hat.
00:00:09: Dazu habe ich einen Gast eingeladen, der mit mir bereits dabei war.
00:00:14: Und seine Sichtweise darauf.
00:00:16: Eingeladen habe ich dem Benjamin Behrens erneut.
00:00:19: Er war schon bei mir im Podcast.
00:00:21: Schon alter Hase.
00:00:22: Darüber reden wir heute, wie er es gefunden hat, was aus seinen Einsprüchen geworden ist und wie es wird.
00:00:28: Wie er darüber heute denkt, mit ein bisschen Abstand in der heutigen Podcastfolge.
00:00:37: Herzlich willkommen im Podcast Brandschutz.co.
00:00:39: Mein Name ist Wenzel Stefan Wenzelt.
00:00:40: In der heutigen Podcastfolge habe ich erneut den Ventamin Virens eingeladen.
00:00:45: Wir haben uns kennengelernt, schon im Vorfeld zu der Einspruchssitzung, zu den Änderungen der Nullachtrein-Dreißig-Eins.
00:00:52: Bevor wir da reingehen, sage ich erstmal Hallo.
00:00:55: Hallo Stefan.
00:00:57: Hallo, ich bin.
00:00:58: Schön, dass du wieder dabei bist.
00:01:00: Ja, fangen wir doch ganz vorne an.
00:01:03: Wir haben uns am Vorabend getroffen... ...im Sheraton Hotel.
00:01:08: Wie fand's denn das?
00:01:10: Also ich fand das cool.
00:01:11: Wir konnten uns vorher gut austauschen, noch mal drüber, wie wir da ran gehen, unsere Meinungen an sich zu weisen.
00:01:18: Ich fand das wirklich sehr gut, dass wir sowas gemacht haben, auch dass man entspannt rein starten konnte.
00:01:22: Am nächsten Tag, das war schon gut, dass wir uns da voll getroffen haben.
00:01:26: Doch.
00:01:27: Die Einspruchssitzung selber?
00:01:30: Jetzt rückblickend, die war am vierzehnten Elften, zweitausendfünfundzwanzig beim DKE, hat es so erwartet, wir sind da reingelaufen, war ein großer langer Tisch, ein sehr langer Tisch.
00:01:44: Hast du es so erwartet?
00:01:45: Erst mal so rein vom Gefühl, wenn man da reinläuft, mal beim Einlass muss man erst mal sagen, wenn man ist, Personalausweis hinlegen, ist schon was ordentliches, ja?
00:01:54: Ja, das stimmt.
00:01:55: Also ich persönlich habe es mir ein bisschen anders vorgestellt.
00:01:58: Ich dachte, wir werden aufgerufen, gerade auch wegen der Anzahl der Einsprüche.
00:02:02: Aber das verliefert dann doch alles an einem Tisch und zusammen miteinander und konnte auch eigentlich ganz gut gehindelt werden, wie ich finde.
00:02:10: Hast du mal durchgezählt, wie viele Bier da waren?
00:02:13: Nee, also ich hatte so den Eindruck, dass die Hälfte wirklich vom Normausschuss wirklich war und die andere Hälfte teilnehmen.
00:02:20: Also ich dachte wirklich, da sind deutlich mehr.
00:02:23: Einen Sprecher davon.
00:02:24: Aber nee, das waren wirklich sehr viele auf der gegenüberliegenden Seite von mir, von dem Normausschuss.
00:02:30: Ja, so war auch mein Gefühl.
00:02:32: Also vorne zum Pult hin, da saß schon die aus dem Normausschuss.
00:02:40: Ich habe da Schlusslicht.
00:02:41: Ich war auf der anderen Seite.
00:02:44: Sollen wir uns hier hinsetzen?
00:02:46: Ja, wir wollten, ich war ja mit einem Kollegen da und wer verkoppst jetzt die Rechnung, dachte ich, ja gut, kann ich schon.
00:02:54: Okay, der Ablauf.
00:02:56: Es waren sechshundert, einzwanzig Einsprüche.
00:02:59: Das war eine Menge Zeug.
00:03:00: Da denkt man, das schaffen wir nicht in zwei Tagen, ja?
00:03:03: Es kam ganz anders.
00:03:05: Ja.
00:03:05: Das stimmt, wir waren ja gegen Mittag ungefähr fertig, kurz danach so.
00:03:10: Die haben noch zusammen sogar gegessen oder essen, wurden uns bereitgestellt noch und ich habe damit ehrlich gesagt auch nicht gerechnet.
00:03:17: Vor allem wurde das ja recht weit am Anfang schon erzählt, dass wenn wir uns Mühe geben, auch gegen Mittag schon fertig sein könnten, lacht ich, wie wollen die das schaffen?
00:03:27: Und dann haben sie aber ihre Echsel da schon gezeigt und geöffnet und eigentlich schon gute Vorarbeit geleistet, doch.
00:03:33: Genau, also ich dachte auch zu der Zeit, das ist ein frommer Wunsch, dachte ich in der Wortwahl, das ist der Kasmus, ja?
00:03:42: Also, ich konnte das alles nicht glauben.
00:03:47: Aber genau wie du es sagst, da wurde die Exzern an die Wand geschmissen und dann sah man schon viel Grün, weil man hatte sich am Vortrag getroffen, nämlich die internen Einsprecher.
00:03:58: Wir waren die externen Einsprecher und da hatte man sich schon auf vieles geeinigt.
00:04:04: Ja, da war schon viel grün.
00:04:06: Und dann, wenn ihr Gas gebt, können wir das machen.
00:04:09: Und so kam es auch.
00:04:10: Bis Mittag waren wir durch.
00:04:13: Die ersten Einsprecher brauchten ein bisschen länger.
00:04:16: Ja, das stimmt.
00:04:17: Also, bis wir oder ich auch generell ran kam, das war fast zum Ende.
00:04:21: Also, ich hätte auch erst um elf ankommen können gefühlt.
00:04:24: Ja, ja.
00:04:26: Da war sehr viel, es ging auch viel um Feuerwehrsachen, wie ich mitbekommen habe, Werksfeuerwehr, Betriebsfeuerwehr, Unterschiede und so weiter.
00:04:33: Das war ein sehr großes Thema am Anfang und da waren auch sehr viele Einsprüche.
00:04:38: Wie war so dein Gefühl, wie ging man um bei den Einspruchsverhandlungen, so dann subjektives Gefühl?
00:04:46: Es ist schwer zu sagen, also irgendwie haben die sich drauf eingelassen, aber man hatte auch das Gefühl, ich meine, der Kollege Nehmeer hat irgendwie gesagt, da stand ja teilweise angenommen.
00:05:00: Aber es war auch so eine Nichtsaussage.
00:05:01: Die haben sich immer auf einen Kommentar bezogen bei vielen Sachen, weshalb wir auch so schnell durch waren, aber er hat dann ja auch mal kurz reingeworfen und meinte, ... ist es ja nicht angenommen, sondern eher abgelehnt ... ... und zur Kenntnis genommen.
00:05:12: Da gab es ja dann auch diesen Streitpunkt.
00:05:15: Und ja, aber ... ... im Großen und Ganzen ... ... ist man ja da auf den Grün zwei gekommen ... ... und konnte dann auch ein bisschen ... ... die Hintergründe da verstehen.
00:05:22: Teilweise.
00:05:24: Und ja, wie es dazu kam.
00:05:26: Hattest du mit anderen gesprochen?
00:05:29: Sehr wenig, sehr wenig.
00:05:31: Wir hatten ja auch, glaube ich, nur eine Pause.
00:05:33: Das war schon sehr langartig.
00:05:36: Aber sonst wären wir auch nicht so schnell durch gewesen.
00:05:39: Ja, kaum mit anderen gesprochen.
00:05:41: Außer halt am Vorarm, wo wir da beim ersten Mal.
00:05:43: Und deswegen fand ich das auch ganz gut, dass wir da uns am Vorher getroffen haben.
00:05:48: Bei mir saßen auch einige Betreiber.
00:05:49: Die brachten auch einen anderen Blickwinkel.
00:05:52: Meine Schublade ist natürlich kultentechnisch planer Errichter, aber fand ich auch spannend.
00:05:58: Du hast einen Einspruch eingelegt.
00:06:00: Weißt du noch welchen?
00:06:02: Ja, also ich war ja die Nummer forty-fünfzig und genau und hab ja den Einspruch gegen die Instandhaltung und Begehung.
00:06:15: ... gemacht, ... ... zum Beispiel ging es mehr um die Unterwalle, ... ... Unterwalle habe ich einen Einspruch gemacht, ... ... und ja, ... ... das hat sich ja nun mehr oder weniger geklärt gehabt ... ... und will ja auch mitbekommen hatten, ... ... war das ja schon vorher mehr oder weniger so, ... ... hat es so so durchgesickert, ... ... dass das wohl schon mal vorab noch ... ... schon mal geändert oder angepasst wurde, ... ... das war ja nicht mehr so.
00:06:36: das große Thema ... ... vor Ort dann irgendwie.
00:06:38: Das dachte ich auch, ... ... das wäre ein riesen Ding.
00:06:42: Dein Einspruch war vorher abgelehnt und jetzt war er...
00:06:46: Teilweise angenommen, also zur Kenntnis genommen.
00:06:51: Aber dir steht zur Kenntnis genommen?
00:06:53: Nein, nein, bei mir stand teilweise angenommen, aber es wurde so behandelt, weil wir da wirklich schnell durchgegangen sind.
00:07:01: Okay, gehen wir nochmal darauf ein, was die zwei großen Änderungen sind oder wo auch zurückgerudert wurde.
00:07:09: In der alten Norm war es, wir reden jetzt über die Anzahl der Inspektionen, waren es vier und der Entwurf sagte, es sollten zwei werden.
00:07:17: Okay.
00:07:18: Das heißt, das Intervall ist nicht mal quartalsmäßig, sondern halbjährlich.
00:07:23: Da ist man jetzt im Entwurf zurückgerudert.
00:07:26: Inspektion ist weiterhin quartalsmäßig.
00:07:30: Das zweite große Thema war Gebegehung.
00:07:33: Gebegehung heute.
00:07:36: Betreiberverantwortung hat der Errichter zwangsweise nichts mitzutun, rutscht aber in die Verantwortungsbereich zum Errichter, weil es in den Instanthaltungsvertrag reinrutscht.
00:07:50: Jetzt ist die Inspektion quartalsmäßig, die Begehung war quartalsmäßig, wäre halbjährlich geworden, aber ist jetzt Aufgabe vom Errichter.
00:08:01: Nachdem die Norm, ich sag mal, in Weißdruck kommt in im Jahr ein Jahr Übergangsfrist, aber dann am Ende für alle Neuverträge.
00:08:11: Das bedeutet doch, aus der Wortwahl, wir haben Mitarbeitermangel und reduzieren von Quartal auf halbjährlich, es wird mehr Arbeit.
00:08:22: Der Errichter muss die Begehung mitmachen.
00:08:25: Ich sag mal Salopp, ist es nicht auf dem, bei der Inspektion, guckt er sich.
00:08:31: Ja, er muss er auch auslösen und das ganze Theater machen, ja.
00:08:36: Er muss sich aber jetzt die gesamte Anlage angucken.
00:08:38: Hundert Prozent.
00:08:39: Begehung heißt nicht, dass wir schon im Jahr passen.
00:08:44: Nee, bei jeder Inspektion alles angucken.
00:08:48: Das ist mehr Arbeit.
00:08:50: Von wegen Mitarbeitermangel darf es nicht gehen.
00:08:52: Das Argument finde ich mittlerweile ja beinah zu groteskier.
00:08:57: Wie denkst du darüber?
00:08:59: Also, ich finde das wirklich sehr extrem, was da an Arbeit kommt.
00:09:03: Und ich stelle mir das gerade so im Hotelgewerbe und auch bei Krankenhäusern sehr schwierig vor, die Nummer, gerade OP-Säle und so weiter.
00:09:14: In einem Hotel weiß ich, wenn wir da früher Erwartungen mal gemacht haben, da haben wir mal Zimmerlisten bekommen, welche Freise, wo wir reinkommen.
00:09:20: Wie soll das jetzt gehen?
00:09:21: Ich muss theoretisch jeden Gast stören vor Ort.
00:09:24: Das stelle ich mir schwierig vor, um zu setzen, auch OP-Säle.
00:09:28: Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll.
00:09:31: Ja, da bleibt wahrscheinlich viel Doku liegen, um zu sagen, kein Zutritt, was weiß ich, wie man das dann händeln wird.
00:09:39: Ja.
00:09:41: Ich weiß es auch noch nicht.
00:09:43: Ich hatte im Normausschuss die Idee gehört, die neuen, ich sage immer, Wartungsverträge.
00:09:49: Es heißt Instanzhaltungsverträge.
00:09:52: Vielleicht mit der Idee, mit zwei Preisen zu arbeiten.
00:09:55: Lieber Betreiber, lieber Kunde.
00:09:58: Einmal das ist der Preis für die Instanthaltung und das ist der Preis für die Begehung.
00:10:05: Ist mal eine Idee.
00:10:06: Hast du eine bessere Idee?
00:10:08: Nein, also ich würde es tatsächlich genauso machen.
00:10:10: Ich würde das extern aufgliedern und preislich übertrieben gesagt, kann man ja eigentlich sagen, dass die Begehung genauso teuer ist wie die... Jahreswartung, also die insgesamt, jetzt einfach mal so pauschal.
00:10:23: Es gibt ein paar Anpassungen bestimmt, aber zahle ich zweitausend Euro im Jahr insgesamt für diese vier Wartungen, dann werde ich noch mal jedes Quartal, diese zweitausend ungefähr zahlen dürfen, weil ich ja trotzdem alles ablaufe und die Zeit die gleiche bleibt.
00:10:38: Das jetzt noch, noch spannend, so sagen wir es mal.
00:10:45: Das sind die zwei großen Themen, die auf uns zukommen werden, dass wir zukommen.
00:10:51: Wenn es nochmal irgendwie eine Norm gibt mit Einsprüchen, bist du dabei?
00:10:55: Definitiv, also ich habe jetzt Erfahrungen gesammelt und es war ja mein erstes Zusammentreffen dort und es hat mir auch gefallen.
00:11:03: und wenn das nächstes Mal wieder so schnell geht, dann gerne.
00:11:08: Sehr gut.
00:11:10: Benjamin, ich sage erst mal vielen Dank für deine Ausführung.
00:11:14: Mir gefällt es persönlich auch immer gut, wenn mal jemand anders was erzählt.
00:11:17: wie er es gefunden hat.
00:11:18: Und gerade vor Ort, präsent, ich sag mal, da nimmt man schon was mit, auch was man nicht so in ZDF-Zahlen-Daten-Fakten reinschreiben kann.
00:11:28: Live ist live.
00:11:28: Ich sage, vielen Dank für deine Ausführung, vielen Dank für die Zeit.
00:11:33: Vielen Dank.
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