#317 Lithium-Ionen-Akkus im betrieblichen Alltag – das regelmäßig unterschätze Risiko - mit Ruth Bartels

Shownotes

Der einzelne Akku wirkt harmlos. Aber was passiert, wenn im Betrieb plötzlich dutzende davon gleichzeitig geladen werden? 🔋
In der neuen Folge von Brandschutz To Go von Stephan Wenzel geht es um ein Thema, das viele Unternehmen im Alltag betrifft: Lithium-Ionen-Akkus in Werkstätten, Servicebereichen und Betrieben.
Zu Gast ist Ruth Bartels, Professorin an der Hochschule Kaiserslautern und Teil der 3S Technologies GmbH.
Gemeinsam sprechen Stephan Wenzel und Ruth Bartels darüber, warum kleine Akkus oft unterschätzt werden und warum es im Brandschutz nicht nur um den Brandfall selbst geht, sondern vor allem um die Strukturen davor.
Denn häufig entstehen Risiken nicht aus fehlendem Wissen, sondern aus gewachsenen Routinen:
🔌 mehrere Ladegeräte auf der Werkbank
🔋 viele Akkus an einem Ort
🌙 Ladevorgänge über Nacht
👥 unklare Verantwortlichkeiten
📦 pragmatische Lösungen, die nie bewusst geplant wurden
Die gute Nachricht: Genau hier kann man ansetzen.
Mit einer sauberen Gefährdungsbeurteilung, klaren organisatorischen Regeln und passenden technischen Lösungen lassen sich Risiken deutlich besser beherrschbar machen.
Außerdem geht es in der Folge um den Akkuguard, eine mobile Lösung für kleine Lithium-Ionen-Akkus, die den betrieblichen Alltag einfacher, sicherer und praktikabler machen soll.
Eine Folge für alle, die Brandschutz nicht erst beim Löschen denken, sondern vorher bei Organisation, Verhalten und Technik anfangen wollen. 🎧
Jetzt reinhören in die neue Folge von Brandschutz To Go!

Transkript anzeigen

00:00:00: Liedst du um Ionen-Akku?

00:00:02: Im betrieblichen Alltag.

00:00:03: Das regelmäßig unterschätzte Risiko in deinem Betrieb, wir reden natürlich über das Brandrisiko.

00:00:10: Darüber rede ich heute mit Ruth Bartels.

00:00:12: Sie ist Professorin an der Hochschule Kaiserslautern und hat mit der Firma DreyS Technologies GmbH eine Lösung für dich – all das in der heutigen Podcastfolge.

00:00:27: Herzlich Willkommen im Podcast.

00:00:28: Brandschuss zu Go.

00:00:29: Mein Name ist Wenzel Stefan Wenzl.

00:00:31: In der heutigen Interviewfolge reden wir über die, ich sag mal kleineren oder größeren Lithium-Ionenakus.

00:00:39: Im betrieblichen Alltag gibt's da eventuell einen – ich nenn es einmal – unterschätztes Risiko auch in deinem Betrieb!

00:00:46: Aber bevor wir in das Thema reingehen sage ich erstmal herzlich willkommen im Interview.

00:00:50: Liebe Ruth

00:00:52: Hallo Stefan Vielen Dank für die Einladung

00:00:56: Sehr gerne.

00:00:57: Wir reden heute also über Lithium Ionenakuse.

00:01:00: Sag mal ganz ehrlich Wie bist du als Professorin an der Hochschule Kaiserslautern überhaupt zu diesem Thema gekommen?

00:01:09: Ja, ich bin im Rahmen meiner Praxisphase in einem Unternehmen auf ein Thema gestoßen das eigentlich fast jeden Betrieb betrifft.

00:01:18: Den Umgang mit Lithium-Ionenakkus.

00:01:21: Bei Lithiumbrenten denken viele zunächst an Elektrofahrerzeuge oder große Batteriespeicher.

00:01:28: In der Praxis begegnet uns aber viel häufiger die vielen kleinen Akkus aus Werkzeugen, Westgeräten oder anderen Handgeräte.

00:01:38: Mich hat überrascht dass diese Akkus oft als unkritisch wahrgenommen werden obwohl sie sich in Werkstätten- oder Servicebereichen schnell in großen Mengen ansammeln.

00:01:50: Genau dieser Unterschied zwischen der tatsächlichen Nutzung im Alltag und der Wahrnehmung des Risikos hat mein Interesse geweckt.

00:02:00: Warum sind gerade kleine Lithium-Ionenakkus so interessant für dich?

00:02:05: Kleine Lithium Ionenakus sind heute nahezu über allem Einsatz.

00:02:09: Wir finden sie in Akkuschraubern, Messgeräten, Scannern, Funkgeräpen oder anderen mobilen Arbeitsmitteln.

00:02:19: Der einzelne Akku wirkt oft harmlos.

00:02:22: Betracht man jedoch die gesamte Situation im Unternehmen kommen schnell viele Dutzende oder sogar hunderte Akkus zusammen.

00:02:32: Aus meiner Sicht ist deshalb nicht der einzelne Akku entsteigend, sondern die Gesamtheit der Akkus und die Art wie mit ihnen im Alltag umgegangen wird.

00:02:43: Wie sieht denn so eine typische Situation in der Praxis aus was du da gesehen hast?

00:02:48: Also häufig sieht man in Werkstätten oder auch im Servicebereich einen Werkbank.

00:02:54: auf dieser Werkbank stehen mehrere Ladegeräte nebeneinander Darüber hängt eine Mehrfachsteckdose und im Laufe der Zeit kommen immer mehr Akkus- und Ladegeräte hinzu.

00:03:07: Das ist jetzt meistens nicht das Ergebnis einer bewussten Planung, sondern entwickelt sich einfach schrittweit am Arbeitsalltag.

00:03:15: Und die Mitarbeiter brauchen einen Platz zum Laden und schaffen pragmatische Lösungen.

00:03:22: So entstehen dezentrale Ladebereiche mit vielen parallelen Ladevorgängen und organisatorisch gewachsene Strukturen.

00:03:30: Und die werden eben selten bewusst hinterfragt, das ist einfach so dann.

00:03:37: Was sagen wir denen?

00:03:37: Ist das Risiko nicht übertrieben?

00:03:39: Die meisten Unternehmen haben sich noch nie einen Akku brand gehabt?

00:03:45: Ja also ich will jetzt das Thema nicht dramatisieren.

00:03:49: Die allermeisten Lithium-Ionenakkus funktionieren zuverlässig Und Akkubrenne sind keine alltäglichen Ereignisse.

00:03:59: Aber man sollte jetzt nicht den Fehler machen, daraus zu schließen dass kein Risiko besteht.

00:04:06: Wenn es zu einem Deffekt kommt kann sich die Situation sehr schnell entwickeln.

00:04:11: Also aus meiner Sicht geht es jetzt nicht darum Angst zu erzeugen sondern die Risiken realistisch einzuordnen und beherrschtbar zu machen.

00:04:21: Was wird in so aktuellen Diskussionen denn Aus deiner Sicht häufig übersehen.

00:04:28: Gut, also die Diskussionen konzentrieren sich häufig auf den Brandfall selbst.

00:04:33: Es geht um Thermal Runaway, Löschmittel oder die Frage wie ein Brand bekämpft werden kann.

00:04:39: Ja deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält die Frage was eigentlich davor passiert.

00:04:46: Mich interessiert insbesondere die organisatorische Beherrschbarkeit.

00:04:51: Wo wird geladen?

00:04:52: Wer ist verantwortlich?

00:04:54: Welche Regeln gelten?

00:04:56: Wie viele Akkus sind vorhanden?

00:04:58: In vielen Unternehmen entsteht das Risiko nicht durch mangendes Wissen, sondern durch die gewachsenen Alltagsschrukturen und die Routine.

00:05:08: Erklär es mal genau was bedeutet das konkret für ein Unternehmen?

00:05:13: Gut also die Unternehmen sollten zunächst ihre tatsächliche Situation analysieren.

00:05:19: Wo befinden sich Ladebereiche?

00:05:21: wird tagsüber oder nachts geladen?

00:05:23: welche Akkus werden genutzt?

00:05:25: gibt es private Geräte, wer trägt die Verantwortung?

00:05:30: Genau an dieser Stelle beginnt aus meiner Sicht die Gefährlungsbeurteilung.

00:05:35: Sie hilft dabei, die tatsächlichen Gegebenheiten im Unternehmen systematisch zu erfassen und sichtbar zu machen.

00:05:42: Und erst wenn diese Fragen beantwortet sind können sinnvolle organisatorische und auf technische Maßnahmen abgeleitet werden.

00:05:51: Ein wirksames Sicherheitskonzept beginnt immer mit dem Verständnis der tatsächlichen Situation im Unternehmen.

00:05:59: Gibt es Situationen, in denen organisatorische Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen?

00:06:07: Ja, solche Situationen gibt es durchaus!

00:06:10: Also organisatorischen Maßnahmen sind für mich immer die Grundlage.

00:06:14: Trotzdem gibt's Situationen in dem zusätzliche technische Maßnahmen sinnvoll sein können.

00:06:21: Beispielsweise wenn nachts geladen wird oder wenn unterschiedliche Mitarbeitende beteiligt sind oder wenn große Mengen von Akkus genutzt werden.

00:06:31: Gerade in solchen Situationen können technische Maßnahmen helfen, organisatorische Vorgaben zusätzlich abzusichern.

00:06:47: Diese technischen Lösungen sollten sich möglichst einfach im bestehenden Abläufe integrieren lassen.

00:06:53: Viele Unternehmen möchten Risiken reduzieren, können aber mit großen und zentralen Lösungen nicht immer arbeiten.

00:07:01: Genau aus dieser Überlegung heraus ist der Akkogad entstanden.

00:07:06: Die Idee war, eine Sicherheitslösung für kleine Lithium-Ionenakkus zu entwickeln die sich unkompliziert in den betrieblichen Alltag integrieren lässt und dadurch im organisatorischen Maßnahmen sinnvoll ergänzt.

00:07:21: Durchfrag mal einfach!

00:07:22: Ist Akkohgad dann nicht einfach nur eine weitere, ich sage mal, Akkubox?

00:07:31: Auf den ersten Blick könnte man das tatsächlich denken.

00:07:35: Aber die Überlegung dahinter war eine andere.

00:07:39: In vielen Unternehmen gibt es eine Vielzahl kleiner Lithium-Iorenakkus, die täglich geladen und aufbewahrt werden.

00:07:47: Die Frage war jetzt wie kann man den Umgang damit im Alltag einfacher, sicherer und besser beherrschbar machen?

00:07:57: Deshalb betrachte ich den Akkugart nicht einfach als Behälter oder Box sondern als Teil eines Sicherheitskonzepts für die Umgang mit kleinen Wieg.

00:08:06: zum John-Akkus.

00:08:08: Wichtig war uns dabei, dass das System im betrieblichen Alltag auf tatsächlich genutzt werden kann.

00:08:15: Deshalb ist der Akku-Guard mobil wiegt weniger als dreißig Kilogramm und lässt sich flexibel dort einsetzen wo Akkus tatsächlich geladen oder aufbewahrt wird.

00:08:27: Warum sollte ein Unternehmen investieren wenn bisher?

00:08:31: Auch noch nie etwas passiert ist.

00:08:34: Ja, also diese Frage gibt es um Brandschutz sehr häufig.

00:08:39: Also viele Schutzmaßnahmen werden nicht eingeführt weil bereits etwas passiert isst sondern weil man ein möglichst schadens Ausmaß begrenzen möchte.

00:08:50: Entscheidende ist deshalb nicht nur die Eintrittswahrscheinlichkeit sondern auch die mögliche Auswirkung.

00:08:57: Welche Maßnahme sinnvoll ist hängt immer von der konkreten Nutzung der Akku-Menge und der Umgebung ab.

00:09:05: Es geht jetzt nicht um Aktionismus, sondern um eine angemessene und wirtschaftlich sinnvolle Risikoreduzierung.

00:09:12: Kommen wir auf die Schlussgrade so... Was sollte der Zuhörer aus unserer gemeinsamen Podcastfolge mitnehmen?

00:09:24: Ja also mein wichtigster Punkt ist nicht nur den Brandfall betrachten, sondern die Strukturen davor.

00:09:31: kleine Lieds im Akkus sind die da heute nebenunternehmend vorhanden oder in fast dem Unternehmen.

00:09:37: Deshalb soll ihr Einsatz genauso selbstverständlich sein, oder deshalb sollte ihr Einsatz genau so selbstverständliche betrachtet werden wie andere Betriebliche diesigen.

00:09:52: Also ein weiterer Risikofraktor der im zu betrachten ist und man sollte Organisation verhalten und Technik zusammendenken.

00:10:02: Ja, dann können eben die Risiken wirksam reduziert werden und gleichzeitig praktikable Lösungen für den Alltag geschaffen werden.

00:10:11: Wenn ich jetzt ein bisschen inspiriert bin von unserer Podcast-Folge und sage Ey Ruth!

00:10:15: Dein Akkograd!

00:10:16: Wie sieht denn das aus?

00:10:17: Kann man sich das mal irgendwo live

00:10:18: angucken?!

00:10:20: Ja kann man!

00:10:22: Wir sind auf der Feuertrutz Und wenn du auch der Feuertruz bist komm gerne vorbei.

00:10:30: Du findest mich in Halle.

00:10:32: Vier Start-up-Area stand vier, zwei zu acht.

00:10:37: Gehe und ich freue mich auf interessante Gespräche.

00:10:43: Die Brut, dann sage ich erst mal vielen Dank für deine Expertise und für deine Zeit!

00:10:47: Und weiterhin viel Erfolg mit deinem Akkogard!

00:10:50: Okay, dann vielen Dank!

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